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Bindegewebe und Lymphabflussstörungen

Bindegewebe und Lymphabflussstörungen

Von Helga Wiesmann
aktualisiert

Unsere Inhalte werden in einem mehrstufigen Prozess medizinisch-wissenschaftlich geprüft

Kurz erklärt

Das Bindegewebe ist ein komplexes, netzartiges System im ganzen Körper, das Organe stützt und sie miteinander verbindet. Es dient als Wasserspeicher und spielt eine Rolle in der Abwehr gegen Krankheitserreger. Das der Frau ist anders aufgebaut als das des Mannes. Es ist wesentlich dehnbarer, aber auch weniger straff und anfälliger für Störungen wie zum Beispiel die Cellulite. Ob man über ein „starkes“ oder „schwaches“ Bindegewebe verfügt, ist oft familiär bedingt.

Bindegewebe Frau

Aufbau

Bindegewebszellen und Interzellularsubstanz (die Substanz zwischen den Zellen) bilden gemeinsam ein Grundgewebe im Organismus, das bereits im Lauf der dritten Entwicklungswoche eines Embryos entsteht. Es enthält weniger Zellen und mehr Zwischenzellsubstanz, die dem Meerwasser ähnelt. Beim Kleinkind macht das Bindegewebe 80 % und beim Erwachsenen 60 % der Körpermasse aus.

Seine Zellen können in drei Typen eingeteilt werden:

Insgesamt formt es das Gerüst für den Aufbau des gesamten Körpers. Es ist unverzichtbar und hat eine gute Durchblutung. Es erhält die Form der Organe aufrecht und bildet gleichzeitig eine Schutzumhüllung jeder Struktur. 
Das Bindegewebe besteht zu 80 % aus Kollagen. Dies ist ein Faser- und Strukturprotein, das eine wesentliche Rolle im Aufbau der Haut einnimmt und sie straff und elastisch hält. 
Die genaue Zusammensetzung und Struktur des Bindegewebes richten sich nach seiner Lage im Körper und der zu erfüllenden Funktion.
Diejenigen Fasern, die Muskeln, Sehnen, Knochen und Nerven als dünne, weißliche Schicht ummanteln, nennt man Faszien. Im Bauchraum nennt man sie viszerale Faszien.

Funktion

Halt geben. Verbinden. Schützen. Kommunizieren. So kann man es sehr kurz zusammenfassen. Man spricht zwar selten über das Bindegewebe und Faszien, doch ist es von großem Wert und hat verschiedene Aufgaben. Je nach Funktion ist es von stabiler Struktur - wie Knorpel und Knochen, oder eher locker - im Gewebe unter der Haut, dem Fettgewebe, und den Schleimhäuten.
Es ist wichtig für:

Arten des Bindegewebes

Man unterscheidet zwischen einer geformten und ungeformten Art, sowie nach diesen Gesichtspunkten:

Faserige Formen

Zellreiche Formen

Spezialisierte Strukturen wie

Das klingt sehr kompliziert, ist aber nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass all das, was den Körper in Struktur und Form zusammenhält und zudem die Durchblutung gewährleistet, auch unterschiedliche Festigkeit und Elastizität braucht.

Das Bindegewebe und der Säure-Basen-Haushalt

Das Gleichgewicht der Säuren und Basen im Körper ist immer wichtig und lebensnotwendig. Viel zu selten wird aber der Zusammenhang zwischen Säure-Basen-Balance und Bindegewebsschwäche beachtet. Der gesunde Organismus neutralisiert tag-täglich die anfallenden Säuren und scheidet sie überwiegend über Lunge und Nieren, aber auch über Leber, Haut und Darm aus. Wenn der Körper jedoch eine zu hohe Säurelast trägt, werden überschüssige Säuren im Bindegewebe zwischengelagert. Von dort werden sie wieder herausgelöst, wenn wieder genügend Puffer im Blut vorhanden sind. Bei der heute gängigen Ernährung ist das manchmal nicht in ausreichendem Maße möglich. So wird das Bindegewebe zum Parkplatz von Säuren. Man spricht von einer latenten Übersäuerung. Die Folgen können sein: Das Gewebe kann Festigkeit und Elastizität verlieren.

Struktur des Unterhautfettgewebes am Oberschenkel: männlich und weiblich

Bindegewebsschwäche

Bindegewebsschwäche ist überwiegend ein genetisches, also angeborenes Problem. Es kann sich vielfältig äußern: Wenn die Haut Spannkraft und Elastizität verliert, bilden sich beispielsweise Dehnungsstreifen, Couperose, Tränensäcke, Besenreiser und Cellulite. Auch Hämorrhoiden und Divertikel im Darm entstehen häufig im Zusammenhang mit einer Bindegewebsschwäche. Nicht zuletzt kann auch die Beweglichkeit der Gelenke und der Muskulatur eingeschränkt sein und Betroffene fühlen sich oft schwer. 
Aber auch die Hormone spielen eine Rolle, was beim Thema Cellulite deutlich wird, denn davon sind Frauen betroffen, Männer kaum. Der Grund: das Bindegewebe von Frauen muss sich im Zuge einer Schwangerschaft enorm dehnen können. Deswegen haben die Kollagenfasern und Faszien bei Frauen eine andere Struktur. Bei Männern verlaufen die Kollagenfasern kreuzartig, bei Frauen hingegen säulenartig und parallel, was sie durch das Fehlen der stützenden Querverbindungen weniger stabil macht. Hinzu kommt, dass Frauen grundsätzlich mehr Fettzellen (Lipozyten) in der untersten Hautschicht speichern als Männer und die Fettzellen auch deutlich größer werden können.

Normale Haut vs. Cellulite

Es handelt sich bei der Orangenhaut zwar in erster Linie um ein kosmetisches Problem, das keinen Schmerz verursacht. Es kann aber trotzdem sehr belastend sein. Eine straffe Haut am ganzen Körper spricht für Vitalität und führt zu positivem Selbstbild. Durch Cellulite kann es stark beeinträchtigt werden. 

Neben dem Geschlecht und der genetischen Veranlagung spielen auch das Alter, der Hormonstatus und der Lebensstil eine Rolle. Im Laufe der Jahre sinkt der Anteil von Kollagen in den elastischen Fasern natürlicherweise ab. Die Wasserbindungskapazität des Gewebes sinkt auch und die Haut verliert an Spannkraft und ist weniger straff. 
Doch gibt es einige zusätzliche Faktoren, die eine Bindegewebsschwäche und Cellulite verstärken:

Die Behandlung einer Bindegewebsschwäche erfordert viel Eigeninitiative und ist deutlich umfassender als eine reine Anti-Aging Maßnahme. Bindegewebsmassage als ein Teil des Gesamtkonzepts wird das Gewebe stärken und die Faszien lockern. 

Frau isst Himbeeren

Das Bindegewebe stärken

Die Ernährung sollte das Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen im Körper balancieren. Das bedeutet eine überwiegend pflanzliche Nahrung - am besten mit viel Vitamin C – weil Vitamin C essentiell für die Bildung von Kollagen ist: 

Auch eine Fastenkur ein- bis zweimal im Jahr kann stärken. Ist die Ernährung schon umgestellt, bleibt der Jo-Jo-Effekt aus, aber das Hautbild verbessert sich deutlich und auch das Fettgewebe nimmt ab. Schmerzen und stille Entzündungen können zurückgehen und im gesamten Körper ist mehr Vitalität zu spüren.

Ein anderer Aspekt der Behandlung von Cellulite ist die Bewegung – am besten täglich. Fahrradfahren, Seilspringen, Kniebeugen, Faszien-Yoga und Nutzung der Faszienrolle sind optimal.  Sie stärken die Beweglichkeit und nebenbei den ganzen Körper. 

Das klingt nach viel Aufwand. Doch der Einsatz lohnt sich: Eine straffe Haut hat auch Wirkung auf Wohlbefinden und Gesundheit. 

Deine Faszien

Oberflächliche Faszien bilden die äußerste Schicht unter der Haut und bestehen überwiegend aus lockerem Bindegewebe und Fettzellen. 
Tiefe Faszien sind weniger dehnbar als oberflächliche Faszien. Sie umhüllen Muskeln, Sehnen und Bänder sowie Muskelgruppen. Sie enthalten dichte, geflechtartig angeordnete Bündel von Kollagenfasern. Tiefe Faszien übernehmen auch einen Teil der muskulären Kraftübertragung.
Viszerale Faszien umhüllen die Organe im Bauchraum, grenzen sie voneinander ab und halten sie gegeneinander verschieblich. Sie betten die inneren Organe ein und sorgen für die Blutversorgung und Innervation, also die Versorgung mit den Impulsen des Nervensystems. 

Die Faszien spielen eine große Rolle im Zusammenhang mit Cellulite und deren Behandlung. Durch einen übersäuerten Organismus, Bewegungsmangel, Stress und Überforderung können sie verkleben. Schmerzen bei Bewegung und Verspannungen können auf verklebte Faszien hinweisen. Am Oberschenkel weisen neben den typischen Dellen der Orangenhaut auch Verspannung und Verhärtung auf verklebte Faszien hin.

Bindegewebsmassage

Bindegewebsmassage

Bei der Bindegewebsmassage handelt es sich um eine Massage, die auf dem Konzept der Headschen Zonen  bzw. der Reflexzonentherapie basiert. Diese Behandlung beginnt am Kreuzbein und dauert pro Einheit etwa eine halbe Stunde. Es werden die verklebten Faszien an den entsprechenden Stellen wieder gelöst. Sowohl die Faszien unter der Haut als auch die tieferliegenden Faszien werden bei der Bindegewebsmassage bearbeitet. Sie wirkt auf lokale Verklebungen und Verspannungen ein. Zusätzlich stärkt sie die Regulierung des Nervensystems und beeinflusst die inneren Organe positiv in ihrer Funktion. Stellt der Arzt oder die Ärztin die Indikation für die Bindegewebsmassage, übernehmen die Krankenkassen oftmals einen großen Teil der Kosten dieser Behandlung.
Aber auch die klassische Massage kann einen Effekt auf Cellulite haben, wenn sie die verklebten Faszien mit einbezieht. 
Vor allem zusammen mit einem anderen Ernährungsstil und Bewegung kann die Bindegewebsmassage den Körper stärken, verklebte Faszien lockern, die Durchblutung anregen und das Hautbild positiv beeinflussen. Wenn dann auch die Fettzellen schmelzen, wird die Orangenhaut nach und nach wieder straffer.

Lymphdrainage

Neben Massage und Bindegewebsmassage hat auch die Lymphdrainage ihren Platz in der Behandlung der Cellulite und Orangenhaut. Dies ist eine sanfte Form der Körperarbeit, die das Lymphsystem wieder in Schwung bringt. Sie kann gut mit der Faszienrolle kombiniert werden und stimuliert in dieser Kombination die Lockerung der Faszien. Lohnend ist auch die Einreibung mit einer den Lymphfluss fördernden Salbe (Lymphdiaral Drainagesalbe). 
Stauungen im lokalen Lymphsystem können Entzündungen zur Folge haben, deshalb kann auch die Anwendung von Lymphdiaral Basistropfen sinnvoll sein.
Ob Bindegewebsmassage oder Lymphdrainage – Schmerz und Verspannungen sind ein Zeichen dafür, dass deine Faszien mit in die Behandlung einbezogen werden sollten. Beide Maßnahmen fördern die Beweglichkeit und lösen Verklebungen. Allerdings sind sie im Falle akuter Entzündung, Blutungen, Infarkten, Blutdruckkrisen und auch bei manchen onkologischen Erkrankungen kontraindiziert. 
Für die Selbstmassage eignen sich in Absprache mit dem Lymphtherapeuten neben Lymphsalben auch Anti-Cellulite-Cremes. Die Lymph-Salben sollten sanft und in Lymphabflussrichtung in die Haut der Oberschenkel eingearbeitet werden. Wunder sollten jedoch nicht erwartet werden, da das Grundproblem, die Bindegewebsschwäche nicht heilbar ist.

Quellenangaben & weiterführende Literatur

Weblinks

*: Bei Literatur: Erscheinungsjahr; bei Webseiten: Datum des letzten Abrufs


Lymphdiaral® Basistropfen
Homöopathische Arzneispezialität
Anwendungsgebiete: Die Anwendungsgebiete leiten sich von den homöopathischen Arzneimittelbildern ab: Neigung zu Infekten und entzündlichen Erkrankungen, insbesondere mit Beteiligung des lokalen Lymphsystems mit Schwellungen der Lymphknoten und Mandeln; Infekte der Mandeln, Ohren und Nebenhöhlen. Enthält 40 Vol.-% Ethanol. Über Wirkungen und mögliche unerwünschte Wirkungen lesen Sie die Gebrauchsinformation und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
Abgabe: Rezeptfrei/apothekenpflichtig.
Zulassungsinhaber und Hersteller: Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH, D-35394 Giessen
 


Lymphdiaral® Drainagesalbe
Homöopathische Arzneispezialität
Anwendung auf der Haut. Anwendungsgebiete: Die Anwendungsgebiete leiten sich von den homöopathischen Arzneimittelbildern ab: Zur lokalen Anwendung bei Schwellungen und Entzündungen der Lymphknoten und bei Störungen des Lymphabflusses. Enthält Cetylstearylalkohol und Ethanol (Alkohol), Gesamtalkoholgehalt: ca. 11 Gew.-%. Über Wirkungen und mögliche unerwünschte Wirkungen lesen Sie die Gebrauchsinformation und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
Abgabe: Rezeptfrei/apothekenpflichtig.
Zulassungsinhaber und Hersteller: Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH, D-35394 Giessen 
 

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